
1. Dudelsack halbgeschlossen g/c für Anfänger und leicht Fortgeschrittene (Franziska Kühn)
Dieser Kurs vermittelt Grundlagen des Spiels von halbgeschlossen gegriffenen Dudelsäcken wie den heimischen Schäferpfeifen oder französischen Dudelsäcken. Diese Dudelsäcke sind nicht so laut wie die bekannten schottischen Great Highland Bagpipes, blicken jedoch auch auf eine lange Tradition, vor allem in Frankreich, zurück. Sie sind enorm vielseitig einsetzbar und haben sich so einen festen Platz auch in der deutschen Folk- und Tanzmusik zurückerobert.
Im Gruppen- und Einzelunterricht erlernen und vertiefen Anfänger und leicht fortgeschrittene Dudelsackspieler die richtige Spielhaltung sowie den Umgang mit Atmung und Druck. Neben der halbgeschlossen Griffweise werden an verschiedenen Melodien auch einfache Verzierungen vermittelt. Weitere Themen sind Wartung und Stimmung der Dudelsäcke. Die Teilnehmer lernen das Instrument kennen und machen erste Erfahrungen im Zusammenspiel anhand von Stücken aus verschiedenen Epochen und Ländern.
Musikalische Vorkenntnisse irgendeiner Art sind für den Kurs ausdrücklich nicht erforderlich. Im Kurs wird auf Instrumenten mit halbgeschlossener Griffweise in g/c-Stimmung musiziert. Leihinstrumente (30 € Gebühr) für alle ohne eigenes, gut eingerichtetes Instrument sind vorhanden.
2. Drehleier g/c für Anfänger und leicht Fortgeschrittene (Thom Kühn)
Die Grundlagen des Drehleierspiels stehen im Mittelpunkt dieses Kurses. Die Drehleier hat sich in ihrer langen Geschichte ständig weiterentwickelt und wird in der historischen und traditionellen Musik ebenso eingesetzt wie im Folk oder anderen modernen Musikstilen.
Neben den historischen Hintergründen werden einerseits die richtige Handhabung und Wartung des Instrumentes vermittelt. Andererseits soll das Spielen des Instruments nicht zu kurz kommen. Melodien und Verzierungen werden dabei ebenso vermittelt wie grundlegende Schnarrtechniken und Begleitungen. Um Vorkenntnissen gerecht zu werden und auf individuelle Bedürfnisse einzugehen, wird der Kurs aus Einzel- und Gruppenunterricht bestehen.
Als besonderes Highlight wird dieses Jahr der Drehleierbauer Walter Simons - mit den Einzel- und Gruppenphasen des Kurses verzahnt - neben Ausführungen zur Einrichtung und Wartung des Instruments auch die Option zum angeleiteten Bau von Schnarren durch die Teilnehmer anbieten!
Musikalische Vorkenntnisse irgendeiner Art sind nicht erforderlich. Für alle, die über kein eigenes, eingerichtetes Instrument verfügen, stehen Leihinstrumente (30 € Gebühr) bereit.
3. Marktsack a-dorisch in Blockflötengriffweise für Anfänger (Arno Eckhardt)
Die Kursteilnehmer beschäftigen sich einzeln und in der Gruppe anhand von einfachen Melodien mit den ersten Schritten rund um den "Mittelaltersack". Als unseres Wissens einziger Spielkurs bieten wir als Leihinstrumente Einsteiger-Marktsäcke in größerer Zahl an, sodass auch völlige Anfänger, die erst ausprobieren möchten, ob ihnen das Instrument überhaupt liegt, sehr willkommen sind und an diesem Wochenende alle Informationen für einen fundierten Start erhalten.
Als Sackpfeifenbauer vermittelt Arno neben den spieltechnischen Grundlagen auch viele Informationen zur genauen Funktionsweise, zum Einrichten und zum Warten der Instrumente aus erster Hand. Ansonsten stehen Druck, Atmung und Tontrennung im Mittelpunkt. Im Kurs wird es gemeinsame Phasen und Einzelunterricht (z.B. Kontrolle der richtigen Spielhaltung und individuelle Tipps) geben.
Es werden für die Kursteilnahme keinerlei musikalische Vorkenntnisse benötigt. Die Auswahl eines Leihinstruments (30 € Gebühr) sei dringend empfohlen für alle, die über kein sauber stimmendes, perfekt eingerichtetes Instrument mittlerer Lautstärke verfügen.
4. Dudelsack halbgeschlossen g/c für Fortgeschrittene (Christoph Pelgen)
„Open-minded Dudeln“ - aufgeschlossenes, vorurteilsfreies Spielen mit halbgeschlossener Griffweise.
Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Wer mich kennt, weiß, dass mir dieses Instrument sehr am Herzen liegt und ich immer wieder versuche, festgefahrene Pfade zu verlassen um Neuland zu betreten. Anderthalb Oktaven Tonumfang sind nun nicht üppig und oft muss man nach Alternativlösungen suchen um fehlende Töne zu ersetzen... Aber genau darum geht es mir: Das bessere Kennenlernen des eigenen Instrumentes, das freie Spiel meist einfach zu merkender Melodien, Verzierung und Variation...
Wo ein Stück ursprünglich herkommt, wer es wann geschrieben hat und für welche Instrumente es eigentlich komponiert wurde spielt für mich dabei nur eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist allein, dass ich es gerne spiele, dass es auf dem Dudelsack gut klingt und mich berührt.
Ihr solltet ein gut funktionierendes Instrument besitzen, Noten lesen können und bereit sein, mit rauchendem Kopf und vollem Herzen ein prima Wochenende zu erleben!
5. BalFolk-Einsteiger-Ensemble: "Zusammen geht mehr!" (Johanna Jung und Marianne Blau)
Wenn man ein neues Instrument lernt, möchte man irgendwann mit anderen zusammen spielen - so richtig gut klappt das aber am Anfang meist noch nicht. Was sind da eigentlich genau die Tricks und Kniffe, wie spielt man die unseren Instrumenten eigene Musik so richtig fetzig und im passenden Tempo, damit es auch die Tänzer in den Füßen juckt - alles Fragen, die sich zusammenfassen lassen als: Wie macht man abwechslungsreiche, spannende Tanzmusik, die nach "mehr" klingt?
Der Kurs richtet sich an Musizierende aller Instrumente bereits ab einem mittleren Spielniveau, die "kein Problem mit Bordun" haben oder selbst Bordunmusiker sind. Musiziert wird viel in g/c, durch die Instrumente der Dozentinnen ist die Teilnahme natürlich besonders für Spieler von (auch nur zweireihigen) diatonischen und chromatischen Akkordeons, Dudelsäcken, Drehleier und Geige interessant, um auch noch Anregungen zu Spiel- und Begleittechniken zu erhalten.
Durch Jung&Blau bietet sich je nach Gruppenzusammensetzung vor Ort auch zeitweise die Möglichkeit einer Aufteilung des Kurses - je nach Kenntnisstand und Instrumentenverteilung der Teilnehmer können ggf. sogar mehrere einzelne Projektgruppen gebildet werden. Die meisten Stücke werden vorher per E-Mail verteilt; bei der Stückauswahl sind ausdrücklich auch Anregungen der Teilnehmer erwünscht. Darum sollte sich jeder auch vor dem Kurs mit den Stücken auseinandergesetzt haben - was nicht bedeutet, dass das Stück schon perfekt beherrscht werden muss, aber die Zeit auf dem Kurs kann man sinnvoller zur Festigung und für Zusammenspiel und Arrangement investieren!
6. Mittelalterlicher Gesang (Hélène Moëlo)
Dieser Kurs richtet sich an alle interessierten Anfänger und Fortgeschrittenen, die gerne mehr über die vokale Musik des Mittelalters erfahren wollen. Inhaltlich deckt der Kurs einen Zeitraum ab dem 14. Jahrhundert ab, der zu seinem Anfang durch den Übergang zwischen Ars Antiqua und Ars Nova gekennzeichnet ist. Uns beschäftigen dabei Stücke aus Frankreich und Spanien, aber auch aus Deutschland.
In dieser Zeit wurden sakrale Melodien und mehrstimmige Sätze oft ohne Texte überliefert und komponiert. Doch die Begeisterung für Vokalmusik war so groß, dass in späterer Zeit auch Gedichte, Trinklieder und allerlei schlüpfrige Texte den Melodien angepasst wurden - auch diese Stücke bilden einen Teil des Kursinhalts.
Ebenso sind individuelle Stimmbildung und Atemtechnik Kursziele. Notenlesen ist erwünscht aber nicht zwingend notwendig - anders als die Freude an der Beschäftigung mit alter Vokalmusik, die sollte definitiv mitgebracht werden! Aufnahmegeräte sind wünschenswert.
7. Spezial-Ensemble: "Weg von der Melodie!" (Johannes Mayr)
Ihr spielt ein typisches Melodie-Instrument? Ihr könnt Melodien mit oder ohne Noten spielen, aber es gibt schon wieder mal keine Akkordsymbole, geschweige denn irgendeinen "Begleitservice" in Form von Gitarre, Harfe oder Akkordeon? Es geht nichts über schöne Melodien, aber nur Melodie spielen, weil einem nichts anderes dazu einfällt? Ihr wolltet schon immer mal ein bisschen weg von der Melodie, 2. Stimmen oder Nebenstimmen spielen, wollt selbst aus den Akkordsymbolen (sofern vorhanden) etwas passendes rausholen?
Alles wird schöner, wenn eine gute Begleitung oder Variationen dazukommen.
In diesem Kurs werden wir versuchen, uns selbst zu begleiten, Melodien interessant zu gestalten. Teils mit etwas Theorie (Harmonielehre!) aber auch durch viel Ausprobieren und Experimentieren wollen wir auf eigene Lösungen zu kommen. Eingeladen sind alle, die ein typisches Melodieinstrument (Streicher, Bläser, Drehleier, Dudelsack....) spielen, Zweit-Instrumente sind willkommen, insbesondere bei den Dudelsäcken empfiehlt sich für die "Probier-Phase" in der Gruppe evtl. ein leiseres Instrument. Wer als typischer Begleitinstrumentalist schon große Erfahrungen im harmonischen Spiel aufweist, ist im Kurs eher am falschen Platz... Ihr solltet auf Euren Instrumenten "handwerklich" fit sein, Notenlesen ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.
8. Der Nicht-Kurs Kurs
Wer gerne am Spielkurs teilnehmen und die besondere Atmosphäre und das Rahmenprogramm genießen möchte ohne an einem der einzelnen Kurse teilzunehmen, kann das durch die Buchung des Nicht-Kurses: Abends mittanzen oder Session spielen, die Stadt- und AntoniQführungen mitmachen, im Musikalienmarkt stöbern und allgemein dabei sein, aber nebenbei Zeit für das reizvolle Mühlhausen, zum Üben oder Relaxen haben: Das volle Spielkursprogramm nur ohne Kurs! Die Teilnahme am Nicht-Kurs kostet normalerweise 20 €, ist aber umsonst, wenn der/die PartnerIn einen Kurs belegt (bitte gesondert mitteilen) oder man noch in Schule, Studium oder Ausbildung steckt.
Allgemeine Hinweise für alle Kurse
Alle Kurse sind in der Teilnehmerzahl begrenzt und umfassen ca. 15-16h Unterrichtszeit. Die Kursgebühr beträgt 145 €. Schüler, Auszubildende und Studenten zahlen einen ermäßigten Kursbetrag in Höhe von 125 € (bitte Ermäßigungsnachweis digital oder postalisch zusenden). Unterkunft und Verpflegung sind in der Kursgebühr nicht enthalten (siehe dazu den Menüpunkt "Unterbringung"). Die Teilnahme am Nicht-Kurs kostet normalerweise 20 €, ist aber umsonst, wenn der/die PartnerIn einen Kurs belegt. Für die musikalischen Kurse gilt: Das Mitbringen eines Aufnahmegeräts ist optional, einen Notenständer dabei zu haben wird empfohlen. Leihinstrumente für die Kurse sind bei Bedarf verfügbar, mit Priorität für die Anfängerkurse. Sie werden gestellt von Matthias Branschke (http://www.dudelsackmanufaktur.de), Walter Simons Drehleierbau und Arno Eckhardt (http://www.marktsackbau.de).